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Schmerztherapie

Wann bedarf es einer speziellen Schmerztherapie?

 

Das Empfinden von Schmerz ist prinzipiell physiologisch, zeigt eine Erkrankung an und ist damit ein wichtiges Warnsignal für den Menschen.
Der Schmerz kann aber auch so quälend empfunden werden, dass der Alltag und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt sind. Dann ist eine ärztliche Behandlung angezeigt, um effektiv und trotzdem möglichst schonend Abhilfe zu schaffen.
Bei der Behandlung muss zwischen AKUTEN – wie zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Gürtelrose – und CHRONISCHEN Schmerzzuständen unterschieden werden. Als groben Anhaltspunkt wird bei einem Schmerzgeschehen, welches länger als 6 Monate anhält, von einer zumindest beginnenden Chronifizierung gesprochen.
Chronische Schmerzen sind in aller Regel erheblich schwerer zu behandeln als akute Schmerzen. Sie erfordern spezielle Kenntnisse darüber, wie langandauernde Schmerzen das zentrale Nervensystem eines Menschen beeinflussen oder bereits verändert haben: Dies wird in der Therapie chronischer Schmerzen berücksichtigt und bestimmt maßgeblich das therapeutische Vorgehen des Arztes. Oftmals wird „eine“ Therapieform diesem komplexen Krankheitsgeschehen nicht gerecht, weshalb bei chronischem Schmerz die sogenannte „Multimodale Schmerztherapie“ angewendet wird: Eine Kombination von verschiedenen Therapiestrategien ist hier vielversprechender.
Natürlich gibt es bei der Klassifikation von Schmerzen auch Mischbilder und Sonderformen, beispielsweise bei Tumorschmerzen oder Neuropathien (Nervenschmerz durch unbekannte Faktoren oder durch Verletzungen).
Sollten Sie unter neu aufgetretenen, akuten Schmerzen leiden, erhalten Sie bei uns immer einen zeitnahen Termin. Selbiges gilt für Patienten, die an Tumorschmerzen leiden.

Wir bitten Sie immer um telefonische oder elektronische Terminvereinbarung. Zur Vorbereitung der Erstvorstellung ist es sehr hilfreich, wenn Sie uns einen ausgefüllten Schmerzfragebogen vorab zukommen lassen. Sie können den Fragebogen gerne bei uns in der Praxis abholen oder per email anfordern.

Medikamentöse Schmerztherapie

Die medikamentöse Therapie mit sogenannten Analgetika hat einen hohen Stellenwert in der Behandlung von Schmerzzuständen. Die eingesetzten Substanzen entfalten Ihre Wirkung an unterschiedlichen Stellen des Körpers. Eine grobe Unterteilung der Stoffe unterscheidet sogenannte „zentral“ von „peripher“ wirksamen Schmerzmitteln. Die „zentral“ wirksamen Substanzen greifen primär am Nervensystem an, wo sie die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem (Rückenmark und Gehirn) beeinflussen. Zu dieser Substanzklasse gehören zuvorderst die Opioid-Analgetika, welche bei starken Schmerzen ein unverzichtbarer Therapiebestandteil sind. Die „peripher“ wirksamen Medikamente setzen primär am Ort der Schmerzentstehung an. Hierdurch wird u.a. die Produktion von Signalstoffen reduziert, welche die Schmerzentstehung und -weiterleitung befeuern. Prominentester Vertreter dieser Klasse ist Ibuprofen.
Die Einteilung in die genannten Gruppen ist nicht immer eindeutig, da viele „peripher“ wirksamen Substanzen in der Realität auch eine „zentrale“ Wirkung aufweisen und umgekehrt.

Des weiteren setzt die moderne Schmerztherapie sogenannte Co-Analgetika ein:  Diese Medikamente sind keine „Schmerzmittel“ im klassischen Sinne, können jedoch bei gezieltem Einsatz das Schmerzerleben deutlich positiv beeinflussen.

In aller Regel verwendet die medikamentöse Schmerztherapie eine Kombination verschiedener Analgetika: Dadurch kann das Schmerzgeschehen am effektivsten und möglichst nebenwirkungsarm behandelt werden.

Einige Medikamente können das Reaktionsvermögen herabsetzen. Dies gilt es individuell im ärztlichen Gespräch bei Therapiebeginn oder -umstellung zu erörtern.

Infiltrationen

Bei einer „Infiltration“ wird ein Schmerzmittel, ein sogenanntes Lokalanästhetikum, gezielt in das Gewebe injiziert. In einer vorausgehenden Untersuchung wird untersucht, welcher Muskeltriggerpunkt, welches Gelenk oder welcher Nerv für die Schmerzen verantwortlich ist. Lokalanästhetika haben neben den bekannt schmerzstillenden auch entzündungshemmende Eigenschaften. Die pharmakologische Wirkdauer eines Lokalanästhetikums liegt in der Regel im Bereich von Stunden, trotzdem wird insbesondere bei wiederholten Infiltrationen, sogenannten Infiltrations-Serien, ein positiver Langzeit-Effekt beobachtet.

Ultraschall-gestützte therapeutische Lokalanästhesie

Ein besonderer Schwerpunkt unserer schmerztherapeutischen Tätigkeit sind Ultraschall-gestützte Infiltrationen:  Dabei werden unter „Ultraschall-Sicht“ gezielt Schmerzmittel in die betroffenen Strukturen des Körpers verabreicht, zum Beispiel Sehnenscheiden, Nervenbahnen oder Gelenke.
Über Jahrzehnte wurden Infiltrationen „blind“ durchgeführt: Die Zielstruktur wurde durch einen Tastbefund identifiziert und anschließend infiltriert. Die Anwendung der Ultraschall-Diagnostik erlaubt uns heute eine sichere und zielgenauere Durchführung bestimmter Infiltrationen, ohne jegliche Strahlenbelastung. Mittels diesem Echtzeit-Verfahren können gleichzeitig umliegende Strukturen sicher identifiziert werden, wodurch das Risiko für eine Verletzung z.B. von Blutgefäßen minimiert wird.
Für diese Eingriffe verwenden wir das derzeit modernste Gerät der Firma Sonosite (Sonosite PX).

Peridural- & Kaudalanästhesie

Die Verfahren der Peridural- und der Kaudal-Anästhesie haben sich bei schmerzhaften Reizungen der Nervenwurzeln im Bereich der mittleren und unteren Lendenwirbelsäule bewährt, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall. Dabei wird ein Lokalanästhetikum in den Periduralraum der Wirbelsäule injiziert, wo es sich verteilt und eine schmerzlindernde Wirkung entfaltet. Diese Infiltrationen zeigen sich in der Anwendung als Serie (erfahrungsgemäß 5-10x, 1-2x pro Woche) als effektiver.

Ganglionäre lokale Opioidanalgesie

Die ganglionäre lokale Opioidanalgesie (GLOA) ist ein spezielles Verfahren zur Therapie von Gesichtsschmerzen, wie sie zum Beispiel bei einer Gürtelrose am Kopf oder einer Trigeminus-Neuralgie auftreten können. Dabei wird eine sehr kleine Menge eines Opiates an eine zuvor betäubte Stelle im Rachen injiziert. Über die Blockade komplexer Verschaltungen des zentralen Nervensystems kann bei dieser Infiltrationstechnik eine effektive Schmerzreduktion erreicht werden. Bei entsprechender Anleitung und Durchführung wird das Verfahren sehr gut toleriert.

Chirotherapie

Mittels chirotherapeutischer bzw. manualtherapeutischer Mobilisationen und Manipulationen können schmerzhafte Funktionsstörungen von Muskeln und Gelenken behandelt werden. Besonders gut behandelbar sind akut aufgetretene Beschwerden, wie zum Beispiel Tennisellenbogen oder Blockaden der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Wir arbeiten vorwiegend mobilisierend: Mittels sanften und wiederholten Beübungen der betroffenen Struktur wird eine Lösung und Beschwerdebesserung erzielt. Die Chirotherapie kann bei entsprechender Indikation mit anderen schmerztherapeutischen Verfahren kombiniert werden.

TENS - Transkutane elektrische Nervenstimulation

Die TENS-Behandlung wird auch als Reizstromverfahren oder Elektrostimulation bezeichnet und ist ein bewährtes, nebenwirkungsarmes Verfahren, insbesondere für muskuloskelettale Schmerzen des gesamten Bewegungsapparates. Der Reizstrom wird durch Klebeelektroden über die Haut verabreicht. Durch die Stimulation der Hautnerven wird der „Hauptschmerz“ mittels Modulation der Weiterleitung im zentralen Nervensystem positiv beeinflusst. Die Schmerzintensität lässt bei regelmäßiger Anwendung nach und es können oftmals Schmerzmittel eingespart werden. Eine Anwendungsbeschränkung gilt für Patienten mit Herzschrittmacher oder anderen elektronischen Implantaten, sowie für Patienten mit Epilepsie und für Schwangere.

Vor Therapiebeginn werden Sie durch unsere Mitarbeiterinnen in der Anwendung ihres TENS-Gerätes geschult.

Infusionstherapie

Bei bestimmten Schmerzformen wie zum Beispiel der Fibromyalgie oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kann eine Infusion mit Lokalanästhetika angezeigt sein. Hierdurch wird das gesamte Schmerzempfinden reduziert, zusätzlich wirken Lokalanästhetika antientzündlich. Die Frequenz der Infusionstherapien liegt bei 1-2x pro Woche und sollte bei Effektivität 5-10x durchgeführt werden. Während der 45-60 minütigen Infusion wird der Patient überwacht.

Bei sehr starken Schmerzen kann eine Infusionstherapie mit Opiaten verabreicht werden. Dabei wird die Dosis sehr langsam gesteigert (Titration), um einschätzen zu können, ob das Schmerzgeschehen auf die Opiattherapie anspricht.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein langkettiges Zuckermolekül (Polysacharid), kommt in allen Geweben des Menschen vor und hat besondere physikalische und chemische Eigenschaften. Es besitzt die Fähigkeit große Mengen an Wasser zu binden und stellt damit eine Art „Puffer“ in Gelenken und Bindegeweben des Körpers dar. Vor allem bei degenerativen Gelenkerkrankungen bzw. Arthrose hat sich die Anwendung bewährt: Die Gleitfähigkeit und die Pufferfunktion des Knorpels werden verbessert, zugleich zeigt sich ein antientzündlicher Effekt der Hyaluronsäure im Gelenk. Die Injektionen werden unter sterilen Bedingungen und überwiegend unter sonographischer Kontrolle durchgeführt.

Botulinum-Toxin

„Botox“ ist den meisten Menschen aus der „ästhetischen Medizin“ bekannt. Neben dieser Anwendung ist Botulinum-Toxin bei Migräne und bei Spastiken eine wertvolle therapeutische Option. Bei Migräne-Patienten konnte ein anerkanntes Injektionsschema am Kopf Migräne-Anfälle nachweislich reduzieren bzw. abmildern. Bei Patienten mit Spastiken, beispielsweise nach einem Schlaganfall, kann die gezielte Injektion von Botulinum-Toxin in die betroffene Muskulatur die Spastik deutlich entspannen. Die Injektionen bei Spastiken erfolgen unter sonographischer Kontrolle für eine exakte Applikation im Zielmuskel.

Akupunktur

Akupunktur ist eine weitere, Jahrtausende alte Heilkunst, die gezielt versucht, den ins Stocken geratenen Energiefluss (das sog. Qi) wiederherzustellen. Die Anwendungsgebiete sind mannigfaltig. Mit nur sehr wenigen, feinen Akupunkturnadeln kann insbesondere die Ohrakupunktur (sog. Aurikuloakupunktur) auf unkompliziertem Wege bestehende Beschwerden lindern.